Ziel des Vorhabens:

Der Salzlandkreis mit einer Fläche von ca. 1.400 km² liegt im Zentrum Sachsen-Anhalts und hat knapp 200.000 Einwohner. Bis zum Jahr 2030 wird die Bevölkerung bei steigendem Alter weiter abnehmen. Nach derzeitigen Prognosen ist ein Rückgang um weitere 30.000 Menschen auf ca. 170.000 Einwohner zu erwarten. Dabei verlaufen diese Entwicklungen innerhalb des Landkreises nicht gleichförmig und verteilen sich unterschiedlich auf die Städte bzw. den eher ländlich geprägten Raum. Vor diesem Hintergrund hat der Salzlandkreis Handlungskonzepte entwickelt, mit der den zukünftigen Herausforderungen begegnet werden soll. Dabei scheint von wachsender Bedeutung, dass zur Sicherung und dem Erhalt der Lebensqualität in den ländlich geprägten Bereichen des Salzlandkreises der Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten mittels zu etablierender IuK-Technologien weiterzuentwickeln ist. Damit soll sowohl die Beteiligung und Einbindung der Betroffenen sowie die Vernetzung vorhandener Akteure im Bereich der Versorgung, Mobilität und Gesundheit verbessert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind entsprechende Projekte und Maßnahmen zu realisieren. Um notwendigen Anforderungen bezogen auf zukünftige IuK-Technologien gerecht zu werden, wurden bereits erste Untersuchungen zu Grundlagen für ein zukünftiges GISbasiertes Daten- und Informationsmanagement erarbeitet. Im Ergebnis dessen, ist die Entwicklung einer GIS-basierten Fachanwendung für einen ausgewählten Bereich der Daseinsvorsorge geplant. Damit sollen anhand eines konkreten Beispiels völlig neue Möglichkeiten, die eigenen Bestandsdaten zu visualisieren und zu analysieren erprobt werden. Auch mit Blick auf die Umsetzung von europäischen Recht durch INSPIRE und den jeweiligen Geodateninfrastrukturgesetzen von Bund und Land sind die Zielsetzungen klar definiert und sollen mit diesem Vorhaben weiter vorangebracht werden. Der Salzlandkreis sieht mit diesem Vorhaben die Chance, berechtigte kommunale Einzelinteressen zu bündeln und Informationen für die Nutzung Vieler aufzubereiten. Für die zukünftig notwendige Anpassung und strategische Planung von Einrichtungen der Daseinsvorsorge, die wesentliche Grundlage für einen aktiven Umgang mit den Folgen des demographischen Wandels sind, soll mit dem Projekt der Grundstock für eine zukünftige Informationsbasis sowie damit einhergehend ein Entscheidungstool für Politik und Verwaltung bereitgestellt werden.

Zum zukünftigen planvollem, ebenenübergreifenden und datenschutzkonformen Handeln ist für die ganzheitliche Betrachtung des Strategie- und Handlungskonzepts ein technisch tragfähiges, nachhaltiges Demographieportal die Grundlage. Damit wird es möglich, die technischen Grundvoraussetzungen zur Visualisierung und Analyse aktueller, dynamisierter Informationen als Planungs- und Entscheidungsgrundlagen in den Bereichen zu schaffen.

Damit besteht die Chance,
· Effektive Mobilitätsangebote speziell für den ländlichen Raum zu planen und zu entwickeln,
· die Ausstattung des Landkreises mit Daseinsvorsorgeinfrastrukturen zu erfassen,
· Versorgungsangebote und -defizite des Landkreises hinsichtlich bestehender/zukünftiger Daseinsvorsorgeinfrastrukturen zu beschreiben und
· Grundlagen für zukünftige Erreichbarkeitsanalysen und die Integration kleinräumiger Bevölkerungsdaten bereitzustellen.

Dazu ist der weitere Ausbau der IT-Infrastruktur im Salzlandkreis notwendig. Neben dem Aufbau einer Geodatenbank ist die Einführung einer WebGIS-Applikation notwendig. Unter Nutzung der Ergebnisse der bereits im Landkreis durchgeführten Projekte und dem vorliegenden Stufenkonzept wird eine Integration vorhandener Datenbestände in harmonisierter Form durchgeführt. Es muss dabei geprüft werden, inwieweit die in weiteren Projekten der Landkreise Saalekreis, Mansfeld-Südharz, Bördekreis und Harz erarbeiteten Indikatoren und Prüfkriterien für die Bewältigung der Aufgaben des Landkreises geeignet sind und in das zu entwickelnde System integriert werden können bzw. sollen. Im Ergebnis verbessert der Salzlandkreis seine Ausgangslage zum planvollem Um-und Ausbau bzw. der Erweiterung seiner eigenen Geodateninfrastrukturen, für die Zwecke der Schulentwicklungsplanung, der Kreisplanung sowie als Baustein der eigenen Regionalstrategie auf dem Weg zu einer Smart.Region Salzlandkreis. Langfristiges Ziel ist dabei unter der Betrachtung bereits vorhandener monolithischer GIS-Lösungen, die Etablierung eines modularen und lose gekoppelten GIS-Systems, dass in der Lage ist, mittels offener Schnittstellen mit anderen Modulen zu kommunizieren

Projektleitung: Prof. Dr. Matthias Pietsch

Auftraggeber:

Salzlandkreis

Förderzeitraum:

04/2020 – 03/2021