XPlanung - was ist das?

Die Digitalisierung bietet auch in der Verwaltung großes Potenzial, anfallende Geschäftsprozesse zu optimieren. E-Government schafft hier die Voraussetzung für zeit- und ortsunabhängige Verwaltungsdienste auf allen Ebenen. Dazu werden u. a. Geodaten in ausreichender Qualität und Aktualität aus unterschiedlichen Quellen benötigt.

Zur Sicherstellung des verlustfreien Austauschs objektorientierter Daten im Bereich Raumplanung, Bauleitplanung und Landschaftsplanung beschloss der IT-Planungsrat am 05.10.2017 die verbindliche Einführung der Standards XPlanung und XBau in Deutschland. Diese sind bis Februar 2023 bei Bund, Ländern und Kommunen einzuführen.

Die Grundlage hierfür bilden aktuell das Bundesraumordnungsgesetz (ROG), das Baugesetzbuch (BauGB), die Baunutzungsverordnung (BauNVO), das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), die Planzeichenverordnung (PlanzV) und die Planzeichen gemäß Bundesamt für Naturschutz aus dem Jahr 2000. XPlanung und XBau sind standardisierte Datenformate, die eine verlustfreie Kommunikation zwischen den verschiedenen IT-Systemen und Anwendungen der zahlreichen an Planungs- und Bauprozessen beteiligten Akteure gewährleisten sollen. Dazu zählen neben der öffentlichen Verwaltung als Träger von Planungs- und Genehmigungsverfahren und anderen Trägern öffentlicher Belange auch beauftragte Planungs- und Ingenieurbüros, die Bauherrschaft, die Baugenehmigungsbehörde und die zu beteiligenden Behörden im Rahmen von digitalen Baugenehmigungsverfahren. Neben dem verlustfreien Austausch von Bauleitplänen, Raumordnungsplänen und Landschaftsplänen zwischen unterschiedlichen IT-Systemen wird damit auch die internetgestützte Bereitstellung von Plänen und die planübergreifende Auswertung und Visualisierung von Planinhalten ermöglicht.

XPlanung ist keine eigenständige Softwareanwendung sondern ein Datenformat, welches die Struktur, den Inhalt und die Form von Informationen beschreibt, die für die Aufstellung eines Planwerks benötigt werden. Inhaltlich umfasst dies die Beschreibung des Planwerks mit seinen Metadaten und Verfahrensständen sowie die raumbezogenen Planinhalte, wie Geometrien und die entsprechenden Sachdaten. XPlanung findet daher Anwendung bei Erstellung, Austausch, Speicherung und Bereitstellung von teil- oder vollvektoriellen, in der Aufstellung befindlichen oder bereits abgeschlossenen Planwerken der Raumordnung, der Landes- und Regionalplanung, der Bauleitplanung und der Landschaftsplanung. Die Verwendung von XPlanung hilft bei der Vermeidung von Medienbrüchen, dient der Verbesserung der Kommunikation im Planungsprozess und unterstützt die Zusammenführung unterschiedlicher Planungsstände.

Ziele und Inhalte des Vorhabens

Die bisher im Standard XPlanung enthaltenen Inhalte der Landschaftsplanung wurde auf der Grundlage der im Jahr 2000 entwickelten Planzeichen des Bundesamtes für Naturschutz sowie einiger Landschaftspläne aus Nordrhein-Westfalen erstellt. Später erarbeitete fachliche Vorgaben, wie beispielsweise der im F+E-Vorhaben „Planzeichen für die Landschaftsplanung“ (2017) erarbeitete Planzeichenkatalog (BfN-Skripten 461), wurden nicht einbezogen. Im Jahr 2016 erklärte der IT-Planungsrat in ihrer Bedarfsbeschreibung „Austauschstandards im Bau- und Planungsbereich“, dass das in XPlanung enthaltene Kernmodell der Landschaftsplanung für eine vollständige Abbildung aller Inhalte eines konkreten Plans in der Regel nicht ausreichend ist. Im Rahmen des F&E-Vorhabens sollen die Grundlagen für eine Erweiterung des Standards erarbeitet werden. Ziel ist es zukünftig einen verlustfreien Datenaustausch zwischen der Landschaftsplanung und der Raum- bzw. Bauleitplanung sowie eine Zusammenführung vorhandener Planwerke zu ermöglichen.

Auf der Grundlage der rechtlichen und fachlichen Anforderungen an die Landschaftsplanung sowie aktueller Beispielspläne werden die notwendigen Mindestinformationsgehalte für ein Objektmodell Landschaftsplanung definiert. In einem weiteren Schritt sind diese mit dem vorhandenen Kernmodell abzugleichen und der notwendige Erweiterungsbedarf ist festzulegen. Im Ergebnis liegt ein Erweiterungsvorschlag vor, der der Leitstelle XPlanung/XBau für eine Fortschreibung des Standards XPlanung zur Verfügung gestellt werden kann. Begleitet wird das gesamte Vorhaben von einer ExpertInnengruppe aus VertreterInnen von Planungsträgern, Planungsbüros und aus der Wissenschaft.

Fördeprogramm: Umweltforschungsprogramm Bundesamt für Naturschutz

Förderzeitraum: 06/2019 - 05/2021

Projektpartner:

IP SYSCON GmbH

Hochschule Anhalt, Lehrgebiet Landschaftsplanung und Landschaftsökologie Prof. Horst Lange